COLLECTIONS | HISTORY

Sammlungsgeschichte

Mit den Jahren entwickelte sich Hans Leder  zu einem gezielten Sammler religiöser und ritueller Kunst der Mongolei. Leder schätzte seine Sammlungen auf insgesamt 20 000 Nummern. Die ethnographische Kollektion von Leder umfasst rund 4500 Objekte. Die ersten, in den Jahren 1899 und 1900 von Leder akquirierten Ethnographica, befinden sich im Weltmuseum Wien (vormals Museum für Völkerkunde Wien). Wien, als Zentrum der k. u. k.  Monarchie, stellte damals auch den Mittelpunkt von Leders wissenschaftlichem Wirkungskreis dar.
Als selbständiger Forschungsreisender, ohne institutionelle und finanzielle Unterstützung, musste Leder seine ethnographischen Sammlungen wiederholt ungewollt teilen, um sie an Museen zu verkaufen. Diese Teilungen führten auch dazu, dass in sich geschlossene Objektgruppen auf verschiedene Museumssammlungen verteilt sind.

Hauptteile seiner Sammlungen befinden sich in folgenden Museen in Europa: Weltmuseum Wien, Linden-Museum Stuttgart, Völkerkundemuseum der J. & E. von Portheim-Stiftung Heidelberg, Museum für Völkerkunde zu Leipzig Grassi-Museum, Völkerkundemuseum Hamburg, Néprajzi Múzeum Budapest sowie Náprstek Museum Prag.

Nicht nur in ihrem Umfang ist die Hans Leder Sammlung einzigartig in Europa. Sie gleicht einer Momentaufnahme der religiösen Alltagskultur in der Mongolei um 1900, akribisch gesammelt, mit einem Blick für das Unscheinbare, einen Mikrokosmos, der oft übersehen wird. (M.-K. Lang)